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„An all dem hier hängt mein Herz!“

Peter Melcher leitet seit 25 Jahren die Geschicke des Glasspezialisten Ohara in Deutschland. Der 61-Jährige über Teamspirit, die Faszination des Produkts und die Herausforderung der Zeitverschiebung zwischen den Märkten in Asien, Europa und den USA.


Herr Melcher, was fasziniert Sie bei der Arbeit für Ohara?
Wir stellen ein nanometer-genaues-Produkt her. Ein Nanometer ist ein Milliardstel Meter. Allein das ist schon faszinierend. Zudem ist der Produktionsprozess erstaunlich. Am Anfang des Wegs steht der Sand, am Ende eine Präzisions-Glaskomponente, die in einem Weltraumteleskop zum Einsatz kommt. Das hat schon etwas Magisches. Darüber hinaus die Tatsache, dass ich jeden Tag mit Menschen in Kontakt kommen.


Was ist das Herausfordernde?
Sicherlich die Arbeit zwischen den Zeitzonen, was in erster Linie mich als Geschäftsführer und weniger die Kolleginnen und Kollegen betrifft. Wenn wir vormittags mit unseren Produktionsstätten in Asien kommunizieren, haben diese ihren Arbeitstag bereits hinter sich. Abends folgt dann die Kommunikation mit den Amerikanern, die den Tag noch vor sich haben.


Inwieweit hat sich das Arbeiten in den vergangenen Jahrzehnten verändert?
Durch die Digitalisierung ähnlich wie in der gesamten Arbeitswelt. Der größte Einschnitt kam sicher durch die Pandemie. Seitdem sind wir weitaus weniger unterwegs. Sicherlich sind wir noch auf Messen präsent, aber ein Großteil der Kommunikation läuft über Online-Meetings.


Was erwartet jemanden, der bei Ohara anfängt?
Eine spannende Arbeit bei entspannten Bedingungen. Die Arbeitszeiten sind angenehm, das Team ist klasse. „Hier arbeiten Engel“, hat neulich eine Kollegin gesagt. Sie war aus persönlichen Gründen zu uns gewechselt, obwohl es ihr beim vorherigen Arbeitgeber sehr gut gefallen hat. Jetzt fühlt sie sich noch wohler.


Was schätzen Sie am Kollegium?
Das hier zum Beispiel jeder Tschüss sagt, wenn es in den Feierabend geht. Damit will ich sagen, dass es eine Verbindlichkeit gibt unter den Leuten. Das merkt man auch am Morgen und zur Mittagszeit, wenn wir uns in unserer komfortablen Küche treffen. Hier ist es wie in einer guten Familie.


Spüren Sie manchmal den Stolz darauf, wo überall Ohara-Produkte verbaut sind?
Klar. Das ist beinahe immer der Fall, wenn ein Smartphone gezückt wird. Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Hersteller Ohara-Glas verwendet hat. Aber auch die hochkomplexen Anwendungen üben eine große Faszination aus. Wenn ich einen Bericht über Satelliten, Weltraumteleskope oder ähnliche High-Tech-Produkte sehe, sind wir mitunter mit von der Partie. An all dem hier hängt mein Herz!